Freikörperkultur - gesundheitsorientierte Bekleidungsfreiheit (GoBeF)

Freikörperkultur (im engeren Sinne) ist - wie es das Grundwort sagt - eine bestimmte (Sub)Kultur und damit ein Regelwerk von Richtlinien und Einstellungen und dessen gelebte Umsetzung.

 

Freikörperkultur ist eine Form der Köperkultur(bewegung): Das Besondere der Freikörperkultur besteht nicht nur im äußeren Erscheinungsbild des Un- oder gering Bekleidetseins, was zur Namensgebung beitrug: In der Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts entstehenden Bewegung, die bis zum Ende der Weimarer Republik amtlich als »Nacktkultur« bezeichnet wurde, setzte sich der Begriff der »Freikörperkultur« durch, da zum einen »Freikörper..« weniger provokant wirkte als »Nackt..«, aber auch, weil »nackt« »das Fehlen von etwas« im allgemeinen Sprachgebrauch darstellt – demgegenüber das Unbekleidetsein im Zusammenhang mit dieser speziellen Subkultur kein »Fehlen von etwas« ist, sondern ein »Weglassen von Überflüssigem oder gar Schädlichem«, und nicht zuletzt das Bestimmungswort »Freikörper« als Bezeichnung des »von unnötiger Bekleidung befreiten Körpers« den positiven Ausdruck des »frei« beinhaltet, der sich sowohl auf das »frei Sein von ...« bezieht als auch durchaus auf die psychische Wirkung des »Ablegens von Konflikten und Problemen« mit dem Ablegen der Kleidung und der entstehenden Verbundenheit mit den Elementen der Natur: Wind, Sonne, Wasser, Sand (und andere Untergründe).

»Freikörper« beinhaltet außerdem frei von unsinnigen, gesundheitsschädigenden Konventionen, die besagen: "Wer seine Geschlechtsteile nicht verdeckt, ist sündig" (Kirche) oder: "Wer seine Geschlechtsteile nicht verdeckt, symbolisiert, dass er Sex will." (Porno-Ideologie).

Wer der Vater des Begriffs »Freikörperkultur« ist, kann nicht mehr nachverfolgt werden. Im Zusammenhang mit der Lebensreformbewegung gab es neben der »Nacktkultur« (Der Begriff taucht erstmals im gleichnamigen Buch des Sachsen Heinrich Pudor 1906 auf) auch eine Körperkultur, wo es Richtlinien und Aktivitäten gab, mit denen der Körper in gesundheitlicher und/oder ästhetischer Zielsetzung geform wurde. Adolf Koch nannte seine Form der Nacktkultur in Abgrenzung zur bekleideten Körperkultur »freie Körperkultur«. Im zeitllichen Zusammenhang mit dem Zusammenschluss der unter Adolf Koch geführten Richtung, der »freien Körperkultur« mit dem Naturheilverband, 1926, taucht der neue Begriff »Freikörperkultur« auf. Es spricht einiges dafür, dass es sich hierbei um einen Schreibfehler oder die Idee eines Unbekannten handelte, da Adolf Koch selber bis zu seinem Tod 1970 immer von »freier Körperkultur« gesprochen hat.

 

Zentralstes Anliegen der Freikörperkultur ist eine optimale gesundheitliche Wirkung. Dabei ist das Unbekleidetsein (der von Kleidung soweit als möglich befreite Körper) nur Mittel zum Zweck. Es ist nicht das vordergründige oder gar alleinige Anliegen wie beim Nudismus (Nud = nackt; ismus = zentralster Bestandteil der Weltanschauung). Auch ist die Naturverbundenheit und der Naturschutz nur ein weiterer aber nicht der entscheidendste Bestandteil der Freikörperkultur, wie dies beim Naturismus (Natur + ismus = Natur ist zentralster Bestandteil dieser Weltanschauung) ist. Die deutsche Sprache vermag also die drei Anschauungen zu unterscheiden, die in anderen Sprachen mangels entsprechendem Begriffs undifferenziert verwendet werden, obwohl sie nur in Teilbereichen Übereinstimmungen haben.

Man kann auch sagen: Die Freikörperkultur beinhaltet eine nudistische Komponente: das Befriedigen des natürlichen Bedürfnisses nach Unbekleidetsein/Nacktheit.

Die Freikörperkultur beinhaltet eine naturistische Komponente: Verbundenheit mit der Natur, Naturschutz, natürliche Nacktheit in natürlicher Umgebung.

Und die Freikörperkultur beinhaltet darüber hinausgehende Komponenten: Die Suche und Umsetzung optimaler gesundheitsfördernder Aktivitäten, vor allem durch entsprechende Bewegung im Freien, durch gesunde Ernährung und Erholung, durch Verzicht auf stoffliche und mediale Rausch- und Genussmittel; und der tolerante Umgang mit Andersdenkenden.

 

 Die Freikörperkultur beinhaltet dementsprechend die Ziele eines optimal gesundheitsfördernden Sports, einer optimalen Ernährung, einer für beide befriedigenden Sexualität (in privater Zweisamkeit, nicht an öffentlich zugänglichen Orten), minimaler Umweltbelastung, minimaler Stressbelastung, ausreichend und erholsamen Schlafes, maximalem Stressabbaus, optimaler Versorgung mit Sonnen- und Tageslicht, Minimierung – optimaler Weise völligem Verzicht auf alle stofflichen und nichtstofflichen Drogen (alles, was berauscht, betäubt, künstlich stimmungsverändernd wirkt oder in anderer Weise das „Abschalten“ von der Realität fördert). Entscheidend ist dabei der Wille und erkennbare Bemühungen hin zu den Zielen, nicht zwangsläufig das völlig perfekte Erreichen aller Ziele.

 

  Die Freikörperkultur beinhaltet den Aufruf, sich mit der Natur auseinanderzusetzen, sich möglichst oft und möglichst gering- oder unbekleidet in ihr aufzuhalten und sie passiv und aktiv zu schützen und/oder in Teilen wiederherzustellen.

 

 Die Freikörperkultur beinhaltet die Selbstverständlichkeit der Toleranz gegenüber Andersdenkenden. Dies ist auch eine Lehre aus den Zeiten bis zum Ende des 2. Weltkrieges, in denen auch in der Freikörper-/Nacktkultur rassistische und völkische Strömungen vorhanden waren. Diese Toleranz beinhaltet auch, das Akzeptieren von Anschauungen, die die Freikörperkultur ablehnen

 

  Die Freikörperkultur beinhaltet den Aufruf, sich am politischen Leben zu beteiligen, um die Ziele der Freikörperkultur durch verbesserte Gesetze schneller und leichter zu erreichen.

 

Die Bewegungen der Freikörperkultur leiden unter den gesellschaftlichen Entwicklungen, die sich immer extremer hin zu Konsum- und Unterhaltungsdenken und -handeln bewegen und nicht zuletzt unter der Pornowelle, die zu einem gestörten Körper- und Sexualempfinden beiträgt.

 

 Die Freikörperkultur ist kein Verzicht auf Lebensqualität. Im Gegenteil: Mit dem Weglassen sich negativ auf Gesundheit, Stimmung und Zufriedenheit auswirkender Störeinflüsse, dafür aber einer Gesundheit fördernden Lebensweise, einer befriedigenden Sexualität und einer sinnstiftenden gesellschaftlichen Integration führt sie zu maximaler Zufriedenheit und Lebensglück.

 

 Der Freikörperkultur (im eigentlichen Sinne) zurechenbar sind auch Ausprägungen wie »Wild-FKK« oder »Wald-FKK«, die darauf hinweisen, FKK auch an nicht ausgewiesenen, nicht üblichen Orten zu praktizieren – in der Regel trotzdem, ohne gesetzliche Grenzen zu überschreiten.

 

 

 Neben dieser »Freikörperkultur im eigentlichen Sinne« wird der Begriff umgangssprachlich auch in einem größer gefassten Verständnis verwendet. Dabei wird ohne Bezug auf eine spezielle Subkultur nahezu jede Freizeitaktivität, die unbekleidet durchgeführt wird, als FKK bezeichnet. Die zahlenmäßig größte Gruppe dürften dabei inzwischen die Menschen sein, die unbekleidet an ausgewiesenen oder abgelegenen Stränden baden oder sich auch nur sonnen und die Saunagänger. Diese Gruppen überschneiden sich mit denen, die auf speziellen FKK-Campingplätzen oder FKK-Hotels Urlaub machen sowie denen, die in FKK-Vereinen ihre Freizeit nackt verbringen. Umgangssprachlich wird aber auch das »unbekleidet zu Hause Sein« als FKK bezeichnet, auch manche Swinger-Clubs und Bordelle benutzen den Begriff für sich, diese Szene dann auch entsprechend im Internet. Dies stellt im Sinne der Freikörperkultur einen deutlichen Missbrauch des Begriffs dar.

 

Mitunter wird der Begriff »Freikörperkultur« oder mehr noch die Abkürzung »FKK« völlig mit dem Adjektiv »nackt« gleichgesetzt verwendet.

 

  Die Abkürzung von Freikörperkultur ist »FKK«. Obwohl der Artikel eigentlich »die« heißen müsste, ist »das FKK« gebräuchlicher. Üblich sind auch die Ausdrücke: »FKK machen« und »FKK praktizieren«.

 

 

Was bedeutet »klassisch« im Zusammenhang mit FKK?

 

Die Freikörperkultur entstand als Teil der Lebensreformbewegung Mitte bis Ende des 19. Jhdt. und blickt somit auf eine inzwischen 150-jährige Tradition zurück. Trotz verschiedenster Richtungen war zentralstes Element der gesundheitliche Aspekt, wobei der von unnötiger Kleidung befreite Körper durch Bewegung in Luft und Sonne gestärkt, das Selbstbewusstsein gefestigt und über den gesundeten Menschen auch die Gesellschaft als Ganzes verbessert werden soll. FKK war also immer sehr politisch.

 

Da der Begriff »Freikörperkultur« heute sehr verwässert ist und von verschiedensten Gruppen und Ideologien vereinnahmt wird, macht es Sinn, unserer Vorstellung von Freikörperkultur zur Abgrenzung das Attribut »klassisch« voranzustellen.

Unter klassischer Freikörperkultur verstehen wir ein geschriebenes und gelebtes Regelwerk (= eine Kultur) für den optimalen Einsatz un- oder - dem Wetter angepasst - minimal bekleidetem Aufenthalts im Freien bei gesundheitsfördernder Bewegung sowie gesundheitsbewusstem Lebensstil in Bezug auf Ernährung, Schlaf, Stressvermeidung und ein aktives Einmischen ins politische Geschehen von Stadt, Land und weltweit.

Dabei wird zur Kenntnis genommen, dass Teile der FKK-Bewegung vor und während der Nazi-Herrschaft dem damals weit verbreiteten völkischen und rassistischen Ideologien verfallen waren und sich damit mitschuldig gemacht haben an der großen Tragödie, die daraus entstanden ist.

Die klassische Freikörperkultur versteht sich heimatverbunden aber gleichzeitig auch weltoffen und humanistisch, das heißt: Jeder Mensch ist von Natur aus gleich wertvoll und erst Verdienste oder Vergehen machen Unterschiede, die es zu belohnen bzw. zu bestrafen gilt.

 

 

Gesundheitsorientierter Bekleidungsfreiheit (GoBeF)

 

Der Begriff »Freikörperkultur« wird heutzutage inflationär benutzt, als Synonym für »nackt«, als Tarnnahme für komerzielle Sex- und Swingereinrichtungen, als Bezeichnung für Nacktbader, Nudisten und Naturisten.

Es macht daher Sinn, das verbliebene Häufchen, welches tatsächlich noch an der klassischen, gesundheitsorientierten Kultur des von unnötiger Kleidung (und Intimhervorhebungen) befreiten Körpers hängen, mit einem neuen Begriff zu kennzeichnen, damit sie nicht weiterhin inhaltlich mit all den anderen vermischt werden und die teilweise durchaus nachvollziehbare Ablehnung durch die Bevölkerung unberechtigter Weise mit abgekommen.

 

Mit dem Begriff der »Gesundheitsorientierten Bekleidungsfreiheit« (GoBeF) umgeht man den heutzutage kaum noch in diesem Zusammenhang verständlichen Begriff der Subkultur, grenzt sich darüber hinaus aber deutlich von Nacktivitäten ab, die überwiegend oder rein passive Erholung beinhalten (Nacktwandern, Nacktbaden) oder Erotisches zum Ziel haben (bestimmte nudistische Richtungen, kommerzielle Einrichtungen und Internetauftritte).

Bei der GoBeF geht es demgegenüber darum, die Möglichkeiten auszugeschöpfen, im gesundheitsoptimierten Sport die Bekleidung dem Wetter und der eigenen Kondition anzupassen und dabei möglichst auch gänzlich auf diese zu verzichten.

Die GoBeF beinhaltet gesundheitspolitische und Menschenrechtsziele: Neben der massenhaften Verbreitung des genuss- und gesundheitsorientierten Sports »Kung-Eis, das Artgerechte Laufen« (Kung-Eis ist die Abkürzung von »Körper- und Naturgenuss [nacktive] Erholung in Sonne, bei Schnee und Schlechtwetter«) - kurz »Eisjoggen« - auch den Einsatz zur Schaffung des Grundrechts auf Bekleidungsfreiheit.

Weltretten Geht anders: Für Menschen, die ausgetretene Pfade verlassen.

DAS Buch zum Kung-Eis-Zauberlaufen - Leben in einer neuen Dimension.

Auf 80 Seiten (davon 20 mit kurzen Erlebnis-Berichten) erfährt man fast alles zum »Kungsen«: wie man es erlernt, was man beachten sollte, welche Bedeutung es für die eigene, persönliche Welt und die große Welt hat.

 

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