Covid-19 ("Corona")

Die Angst vor der 2. Welle? Grippewellen gab es schon so viele. Immer nur mit einer Welle – bis auf die Spanische Grippe. Warum soll gerade jetzt eine zweite Welle kommen? (25.05.2020)

 

Eine zweite Welle kann nur kommen, wenn nach der ersten Welle ausreichend Infektiöse (= Infizierte minus Genesene minus Gestorbene) übriggeblieben sind (zur Zeit, nach erfassten Fällen rund 11.000).

 

Man geht davon aus, dass - im Gegensatz zur ersten Welle - mit der Zeit eine gewisse (nicht vollständige) gleichmäßige Verteilung der Infektiösen stattfindet (z.B. innerhalb des Gebietes Deutschlands).

 

Eine Durchseuchung ist bei weitem nicht gegeben (Wir dürften jetzt bei knapp 4% sein).

 

Werden nun aufgrund wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Drucks oder aufgrund von Fehleinschätzung der Pandemie epidemiologische Vorsichtsmaßnahmen zu weit heruntergefahren oder ganz weggelassen, kommt es zu einer sprunghaften Wiederverbreitung des Virus gleichzeitig an vielen Orten Deutschlands, da er nach wie vor hoch ansteckend ist, besser verteilt als zur ersten Welle und nach wie vor fast alle Menschen (Stand heute: rund 96%) ohne Immunität sind.

 

Das ist also - auch aufgrund der bisherigen, berechtigten Maßnahmen -  eine in der Geschichte noch nicht dagewesene Situation - und damit keinesfalls mit bisherigen Grippewellen zu vergleichen.

Die Infektiösen - die entscheidende Kenngröße zur Beurteilung der aktuellen Situation

Infektiöse Covid-19 Deutschland, Stand: 26.05.20, berechnet aus Zahlen der täglichen Veröffentlichung der Berliner Morgenpost
Infektiöse Covid-19 Deutschland, Stand: 26.05.20, berechnet aus Zahlen der täglichen Veröffentlichung der Berliner Morgenpost

Infektiöse: Das ist die Differenz aus Infizierten minus Genesenen und Gestorbenen. Es ist damit die Personengruppe, die bis zur Entdeckung ihrer Infektion andere angesteckt hat. Und damit die entscheidende Kenngröße, wie hoch aktuell das Gefahrenpotential für die Ausbreitung des Virus ist.